Ein Wunsch geht in Erfüllung

Der von der Mühlenstraße nach rechts verlaufende Weg Richtung Paderhalle und Maspernpletz soll den Namen „Belleville-Promenade“ erhalten. Links im Vordergrund eine Infotafel mit Hinweisen zur Geschichte des früheren Haxthausenhofes. Er war zuletzt und über viele Jahre Sitz der Städtischen Musikschule. Foto: Archiv

„Ach, nehmen Sie doch die
schöne Belleville-Promenade“

Bauausschuss entscheidet am 20. August über Weg-Benennung im Haxthausen-Garten

Endlich kommt auch die 1990/91 geschlossene Städtepartnerschaft Paderborns mit Belleville (Illinois) bei Straßenbenennungen zum  Zuge: Paderborn soll eine „Belleville-Promenade“ bekommen. Es handelt sich eine die bisher namenlose Wegeverbindung zwischen Paderhalle und Mühlenstraße, die  nahe am Sparkassen-Gelände durch den Haxthausen-Garten führt.

Über diesen Vorschlag des städtischen Straßen- und Brückenbauamtes wird am Donnerstag, 20. August der Ausschuss für Bauen, Planen und Umwelt des Paderborner Rates beschließen.

Auf Anregung des Deutsch-Amerikanischen Freundeskreises Paderborn-Belleville (DAFK) hat der Heimatverein Paderborn, der Vorschläge für Straßenbenennungen im Stadtgebiet sammelt und ausarbeitet, der Stadtverwaltung schon Ende letzten Jahres einen entsprechenden Vorschlag gemacht. Technische Beigeordnete Claudia Warnecke in ihrer Sitzungsvorlage: „Der betreffende Weg liegt in einem attraktiven Bereich der Innenstadt. Zahlreiche Gäste und Touristen nutzen den Bereich, um in die Innenstadt zu gelangen.“ Und natürlich nutzen ihn erst recht Paderborner Bürger: Vom Maspernplatz können sie über die künftige  „Belleville-Promenade“ rasch die Mühlenstraße erreichen, von hier weiter durch den Geißelschen Garten promenieren und weiter Richtung Dom und Marktplatz bummeln. Oder diese Verbindung als Rückweg aus der Innenstadt nutzen.

Zeichnung der Wegeführung, die an der Mühlenstraße beginnt. Quelle: Stadt Paderborn

Die „Belleville-Promenade“ liegt im neu gestalteten Bereich rund um den Haxthausen-Garten und die Paderhalle und ist damit Teil in den letzten Jahren erheblich aufgewerteten  Mittleren Paderquellgebietes. Nicht nur Paderbornerinnen und Paderborner finden diesen Bereich wunderschön. Erst vor wenigen Wochen wurde bekannt gegeben, dass Paderborn dafür  sogar bundesweit ausgezeichnet wird – und zwar durch einen  mit 15.000 Euro dotierten Hauptpreis des Bundespreises Stadtgrün in der Kategorie „Gebaut“. Ein Nominierungsgremium hatte eine Vorschlagsliste mit 48 Bewerbern aus allen eingegangenen Bewerbungen ausgewählt. Eine interdisziplinäre und unabhängige Jury hatte am 16. Juni sechs gleichrangigen Preise und die sieben Anerkennungen vergeben. „Die Auszeichnung mit dem Bundespreis Stadtgrün ist für die Stadt Paderborn eine großartige Anerkennung der Arbeit, die wir in den letzten Jahren in die Entwicklung unserer einzigartigen Flusslandschaft gesteckt haben“, freute sich Technische Beigeordnete Claudia Warnecke nach der Bekanntgabe der Jury-Entscheidung.

Der Bundespreis Stadtgrün wird in diesem Jahr erstmalig verliehen und würdigt Projekte, die unter anderem verschiedene Funktionen eines Gebietes auf besondere Weise miteinander kombinieren und die Lebensqualität damit fördern sowie eine besondere Gestaltungsqualität besitzen. Insgesamt 237 Projekte wurden beim Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) in den vier Kategorien „Gebaut“, „Gepflegt“, „Genutzt“ und „Gemanagt“ eingereicht. Paderborn hat sich mit dem Mittleren Paderquellgebiet in der Kategorie „Gebaut“ beworben. Diese umfasst alle Arten von Freiräumen, die neu gebaut, umgebaut oder umgewidmet wurden. Paderborn setzte sich mit dem Mittleren Paderquellgebiet gegen Projekte wie den Krupp-Park in Essen, den Erlebnisraum Lippeaue in Hamm sowie die Gestaltung des Schlossgartens am Jagdschloss in Hövelhof durch. Auch im Vergleich mit Projekten wie dem Baakenpark im Baakenquartier der Hamburger Hafencity oder der Bundesgartenschau 2019 Heilbronn „Neue Landschaften im Neckarbogen“ konnte sich das Mittlere Paderquellgebiet behaupten. Die offizielle Preisverleihung findet am 2. Oktober 2020 in Berlin statt.

Nach der Auszeichnung als Nationales Projekt des Städtebaus im Jahr 2015 unterstützte der Paderborner Rat das Vorhaben durch die Bereitstellung der über die Förderung hinausgehenden Eigenmittel. In rund eineinhalb Jahren Bauzeit wurde das Mittlere Paderquellgebiet von 2018 bis Mitte 2019 maßgeblich umgestaltet. Der Paderhallen-Vorplatz wurde neu gebaut, Flussläufe der Pader renaturiert, Inselspitzenweg und der Haxthausen-Garten, durch den die künftige „Belleville-Promenade“ führt, neugestaltet und eine Aue hinter der Reineke-Mühle neu angelegt. Auch erste Erfolge der ökologischen Aufwertung der Pader sind nach Angaben von Fachleuten bereits messbar. Über die Geschichte des Haxthausenhofes informiert die Internetseite „Zeitreise Paderborn“: www.zeitreise-paderborn.de/detail/9012?71

Der Deutsch-Amerikanische Freundeskreis hatte sich bereits für die erste Jahreshälfte eine Entscheidung über die Benennung eines Weges oder Platzes im Haxthausen-Garten  nach der 1814 gegründeten US-Partnerstadt gewünscht. Der Name Belleville (Schöne Stadt) geht auf französische Siedler zurück. Die ersten Deutschen wurden ab 1832 in Belleville ansässig.

Da sich zum Liborifest 2020 eine Besuchergruppe aus der US-Partnerstadt in Paderborn angesagt hatte, gab es im DAFK-Vorstand Überlegungen, den bevorstehenden 30. Jahrestag der Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunden (2. September 1990 im Paderborner Rathaus, 20. Oktober 1991 in der Belleviller City Hall) und die Enthüllung des „Belleville“-Schildes mit einer Feier am Vortag der Libori-Eröffnung zu begehen. Auch eine Gruppe junger Belleviller, die zum diesjährigen Jugendaustausch in Paderborn erwartet wurde, wäre dann in der Stadt gewesen. Doch dann kam Corona und sorgte für einen dicken Strich durch all diese Pläne.

Wenn der Ausschuss für Bauen, Planen und Umwelt am 20. August der Namensgebung „Belleville-Promenade“ zustimmt, können der Freundeskreis und die Stadt nach einem geeigneten Datum für die Taufe der „Belleville-Promenade“ und die 30-Jahr-Feier der Städtefreundschaft Ausschau halten. Vielleicht sind 2021, wenn das 500-jährige Jubiläum des Libori-Jahrmarktes ansteht, wieder Besuche „über den großen Teich“ möglich.    

Paderborn pflegt sechs internationale Partnerschaften. Fünf Städtepartner sind europäische Städte, das Freundschaftsband mit dem nordamerikanischen Belleville bildet die einzige außereuropäische Verbindung. Die älteste Freundschaft besteht mit dem französischen Le Mans, der Heimat des Paderborner Bistums- und Stadtpatrons Liborius. Manche sagen, die Überführung der Reliquien des wahrscheinlich anno 397 verstorbenen Manceller Bischofs  im Jahre 836 nach Paderborn sei die Geburtsstunde der ältesten Freundschaft der Welt. Die offizielle Städtepartnerschaft mit Le Mans wurde 1967 besiegelt. Seitdem führt ein Teil des Innenrings den Namen Le-Mans-Wall. Als daraus 1975 ein Dreierbündnis mit dem britischen Bolton wurde, erhielt die zur parallel zur Friedrichstraße führende frühere Friedrichpromenade den Namen Bolton-Wall. Während Belleville als dritter Städtepartner bislang nicht im Paderborner Straßenverzeichnis zum Zuge gekommen ist, gab es für das spanische Pamplona (Partnerschaft seit 1992) bereits 2004 gleich Namensvergaben im Gewerbegebiet Mönkeloh. Von der dortigen zentralen Erschließungsstraße, die nach Pamplona benannt ist, zweigt die Navarrastraße ab. Navarra lautet der Name der spanischen Provinz, deren Hauptstadt Pamplona ist.

Gibt es einen schönen Fußweg zum großen Parkplatz an der Paderhalle? Neben Spitalmauer, Inselspitzenweg und der Verbindung Am Haxthausenhof kann demnächst die Auskunft lauten: Ach, nehmen Sie doch die schöne Belleville-Promenade. . .

Angebote im September und Oktober

Edelbrennerei und Rubens-Schau

Ab sofort sind Anmeldungen möglich

Amerikanischer Whisky hat weltweit viele Freunde. Whisky aus deutschen Landen gilt dagegen bei manchen Liebhabern der  im Holzfass gereiften Spirituose noch eher als ein Geheimtipp. Weil die Corona-Bestimmungen derzeit keinen Besuch der Heimat von Whiskys made in USA erlauben, macht der Deutsch-Amerikanische Freundeskreis (DAFK) aus der Not eine Tugend: Er lädt am Freitag, 4. September, zu einer Busfahrt zur Sauerländer Edelbrauerei nach Rüthen-Kallenhardt ein. Dieser Familienbetrieb hat sich auch der Herstellung von  Whisky verschrieben. Von dessen Qualität können sich die Teilnehmer der Fahrt bei einem „Tasting“ im Rahmen einer Betriebsführung überzeugen.

Fahrtbeginn ist um 15 Uhr, Rückkehr zwischen 21.30 und 22 Uhr. Die Anmeldung erfolgt nach dem Windhundprinzip durch Überweisung des Teilnahmebetrages auf das DAFK-Konto bei der Sparkasse Paderborn-Detmold. Einzelheiten enthält der Rundbrief von Präsident Heiner Sprenkamp, der in diesen Tagen allen Mitgliedern ins Haus flattert. Nicht vergessen: Die Teilnehmer sollten für bestimmte Programmpunkte einen Mund-Nasenschutz dabei haben.

Nach der Brennereibesichtigung kehrt die Gruppe ins Restaurant des nahe gelegenen Romantikhotels Knippschild ein, wo zu Abend gegessen wird (Selbstzahler).  Die Fahrt ist ein Ersatz für das im Frühjahr leider wegen der Corona-Pandemie ausgefallene traditionelle Dogwood-Fest des Freundeskreises.

Und hier gleich das nächste DAFK-Angebot für den Herbst: Am Freitag, 16. Oktober, geht es zur Ausstellung „Peter Paul Rubens und der Barock im Norden“ ins Diözesanmuseum, Markt 17. Dort sind Führungen für 18 Personen reserviert. Treffpunkt ist um 13.30 Uhr am Museumseingang. Nach der etwa einstündigen Führung, deren Kosten der DAFK übernimmt,  können die gewonnenen Eindrücke bei Kaffee und Kuchen im benachbarten Café Markt 5 bei Kunstgesprächen  vertieft werden. Auch für die Rubens-Schau gilt die Anmeldung per Überweisung (Details im Rundbrief).

Gibt es eventuell gar eine Verbindung zwischen Rubens und Whisky? Nein. Die Kasseler Gemäldegalerie Alte Meister im Schloss Wilhelmshöhe besitzt zwar das 1612/13 entstandene Gemälde „Venus, Amor, Bacchus und Ceres“ des 1577 im südwestfälischen Siegen geborenen Künstlers – das Glas in der Hand des Bacchus ist aber garantiert kein Trinkgefäß für Whisky, sondern ein Weinpokal.

Eine wichtige Neuerung: Aus Kostengründen will der DAFK seine Einladungen künftig nicht mehr per Post, sondern nur noch per E-Mail an die Mitglieder verschicken. Wer damit einverstanden ist, sollte von der Adresse, an die künftige E-Mails des DAFK adressiert werden sollen,  eine E-Mail mit dem Betreff „savepaper“ an info@dafk-paderborn schicken.

Corona-Zwangspause endet

Ab 1. Juli ist wieder Stammtisch-Zeit

Der Deutsch-Amerikanische Freundeskreis Paderborn-Belleville (DAFK) startet nach der Corona-Zwangspause der letzten Monate langsam wieder ins Vereinsleben: Am Mittwoch, 1. Juli, soll der erste Stammtisch den Stillstand beenden.

Interessierte Mitglieder treffen sich um 17 Uhr zur nächsten Plauderstunde im Gasthaus Haxterpark an der Haxterhöhe 2. Wer dabei sein will, sollte nicht vergessen, beim Betreten und Verlassen des Gasthauses Mund- und Nasenschutz zu tragen. Es gibt an diesem Nachmittag sicher eine Menge zu erzählen.

Der letzte DAFK-Stammtisch lockte am 4. März zum geselligen Beisammensein. Im April, Mai und Juni mussten die monatlichen Treffen wegen Corona ausfallen. Auch im Ferienmonat August wird ein Stammtisch angeboten. DAFK-Mitglieder können sich den Termin schon vormerken: Mittwoch, 5. August, um 17 Uhr.

Für 2020 geplante Aktivitäten mit der Partnerstadt Belleville bzw. der Partnerorganisation Belleville Sister Cities liegen – unter anderem wegen der Reisebeschränkungen – weiterhin auf Eis. Auch in Illinois können gastronomische Betriebe inzwischen wieder Gäste bewirten. Das gilt auch für  das in auf dem Gebiet der Partnerstadt gelegene Hofbräuhaus St. Louis-Belleville.

Was Veranstaltungen des DAFK in Paderborn angeht, ist Präsident Kurt-Heiner Sprenkamp zuversichtlich, dass das wegen Corona ausgefallene Frühlingsfest „Dogwood“ im Herbst nachgeholt werden kann – auch wenn dann kein Dogwood-Busch mehr in voller Blütenpracht  zu bewundern ist. Geplant ist eine Busfahrt nach Rüthen-Kallenhardt, wo eine westfälische Whisky-Brennerei besichtigt werden soll. Anschließend ist ein Abendessen vorgesehen. Sobald ein Termin feststeht, wird der DAFK die Mitglieder informieren.

Corona: Jazzige Schätze nun im Netz

Jazzfreunde können nun im Netz dabei sein. Das digitale Festival startet am 29. Mai.

Drums´n´Percussion kommt zu Pfingsten
online: Auch Belleville ist digital dabei

Mitglieder des Freundeskreises erhalten das Ticket vergünstigt

Internationale Stars hatten sich angekündigt, selbst eine Abordnung von Schlagzeugern aus der Paderborner Partnerstadt Belleville wollte kommen. Alles war vorbereitet, dann kam Corona: Eigentlich sollte über Pfingsten die neunte Auflage des größten europäischen Schlagzeugfestivals Drums´n´Percussion im Heinz Nixdorf-Museums-Forum (HNF) an der Fürstenallee über die Bühne gehen. Doch der künstlerische Leiter Uli Frost und sein Team von Drums’n‘Percussion Paderborn e. V. haben aus der Not eine Tugend gemacht und ein digitales Festival auf die Beine gestellt. Jazzfreunde können es von Freitag, 29. Mai, bis Pfingstmontag, 1. Juni,  am Bildschirm daheim genießen.

Ihr Konzert geht am Pfingstsonntag auf Sendung: Die Drumbassadors in Aktion.

Die Live-Version des Festivals soll vom 15. bis 18. Oktober 2020 im HNF nachgeholt werden. Uli Frost ist Mitglied des erweiterten Vorstandes des DAFK. Die Partnerorganisation Belleville Sister Cities (BSC) unterstützt das kleinere Schwester-Festival Drums’n’Percussions Belleville, das im jährlichen Wechsel mit Drums’n’Percussion Paderborn in der Partnerstadt im Mittleren Westen ausgerichtet wird.  

In den letzten Wochen wurden im Produktionsstudio von Uli Frost viele Stunden lang Konzerte gesichtet, abgemischt und die Videos aufgearbeitet. Es handelt sich um bisher unveröffentlichte Schätze aus dem Klang- und Bildarchiv bisheriger Festivals. Inzwischen steht das Programm der digitalen Variante fest, und  Fans guter Musik können sich zu Pfingsten auf diese bisher unveröffentlichten Schätze aus dem Videoarchiv freuen. Diese Konzerte werden ergänzt durch neue Workshopbeiträge aus Nashville, Los Angeles und aus Paderborns Partnerstadt Belleville.

Zu sehen sind im Netz Weltstars des Schlagwerks, die in Paderborn teils legendäre Konzerte mit ihren Bands abgeliefert haben. Den Auftakt des Online-Festivals bildet am Freitag, 29. Mai, um 19.30 Uhr das bislang unveröffentlichte zweistündige Konzert aus dem ausverkauften HNF mit Ricky Lawson (Eric Clapton, Steely Dan), dem Pianisten Philippe Saisse (Al Di Meola), dem Sänger Alex Ligertwood (Carlos Santana) und dem Bassisten Dan Lutz (Michael Bublé).

Am Samstag, 30. Mai werden Workshopbeiträge gesendet und um 19.30 Uhr folgt das Worldpercussion-Konzert mit Hakim Ludin und Lenny Castro (Toto) sowie dem Genesis-Schlagzeuger Chester Thompson und seinem Jazztrio.

Es folgen am Pfingstsonntag, 31. Mai Rückblicke von Konzerten mit den Drumbassadors, Tal Bergman (Joe Bonamassa) und dem Drummer Oli Rubow (Helmut Hattler) unter dem Motto „Akustik meets Computer“.

Am 1. Juni 2020 kommt es neben den Workshops bereits um 18 Uhr zum Finale mit Ian Paice (Deep Purple), Pete York (Spencer Davies Group) sowie Joe Porcaro und Emil Richards zusammen mit den Paderborner Musikern Volker Kukulenz und Urs Wiehager-Dietz. Zum Ausklang des Festivals wird eine Jam Session gesendet.

Während der Digitalvariante von Drums´n´Percussion Paderborn werden mehrere Live-Interviews mit den Künstlern ins Programm genommen.

Da Musik und Kultur auch im Onlinezeitalter einen Wert haben, wird das Onlinepaket nicht kostenlos gesendet. Der Zugang zum Onlinestream kann für 5 Euro auf der Internetseite von Drums’n’Percussion  erworben werden. Mitglieder des Deutsch-Amerikanischen Freundeskreises erhalten ebenso wie Mitglieder des Jazz-Clubs Paderborn e. V.  den Zugang zum ermäßigten Preis von 4 Euro.

Hier geht es direkt zum Onlineticket: https://drumsandpercussion-shop.de/Konzert-Tickets/4-Online-Konzerte-MITGLIEDERTICKET-DnP-DAFK-29-05-2020-30-05-2020-31-05-2020-und-1-06-2020-jeweils-um-19-30-Uhr.html

Ein kleiner Eindruck von den kommenden Konzerten in Vorschauen auf YouTube:

Planungen für 2020:

Kommunalpolitische Zwangspause: Noch ist keine Entscheidung über die vom DAFK gewünschte Namensgebung für das Gelände zwischen Paderhalle und Mühlenstraße gefallen. Foto: Wolfgang Stüken

Corona macht dicken Strich durch
zahlreiche Partnerschafts-Aktivitäten

2020 kein Schüler- und Jugendaustausch, kein Dogwood, keine 30-Jahr-Feier

Das Corona-Virus macht weltweit einen Strich durch viele Pläne. Auch die beiden Partnerstädte Belleville (USA) und Paderborn (Deutschland) sind davon betroffen. Die beiden Partnerschaftsorganisationen Deutsch-Amerikanischer Freundeskreis Paderborn-Belleville (DAFK) und Belleville Sister Cities (BSC), die von den Präsidenten Heiner Sprenkamp und Wayne Reichling geleitet werden, haben kurz vor Ostern angesichts der Pandemie einvernehmlich alle  Besuchsaktivitäten, die für dieses Jahr geplant sind, auf 2021 verschoben. Auch andere wichtige Termine sind gestrichen oder auf unbestimmte Zeit vertagt. Auch die beliebten monatlichen Stammtische des DAFK im Gasthaus „Haxterpark“ müssen pausieren.

Am 8. Juli sollte in Düsseldorf das Flugzeug einer US-Luftfahrtgesellschaft mit den Teilnehmern des diesjährigen Jugendaustausches aus Belleville landen. Zwölf Jugendliche und zwei Betreuer aus der Partnerstadt wollten bei dieser dreiwöchigen Begegnung in Paderborn dabei sein. Paderborner Teilnehmer des Jugendaustausches 2019, der in Belleville stattfand, wollten mit ihren Eltern die Gastgeberrolle für die Jugendlichen aus Belleville übernehmen. Diese Familien und die DAFK-Jugendbeauftragte Uta Hoischen sowie Schatzmeister Erwin Schlenger waren längst dabei, Pläne für einen abwechslungsreichen Paderborn-Aufenthalt zu schmieden. Eine mehrtägiger Ausflug in die Hauptstadt Berlin sollte wie bei Jugendbegegnungen früherer Jahre auch 2020 ein Höhepunkt werden. Das Jugendhotel an der Spree war längst gebucht. 

Dieser Tag jährt sich zum 30. Mal: Die damaligen Bürgermeister Richard Brauer (Belleville, links) und Wilhelm Lüke (Paderborn) unterzeichneten am 2. September 1990 im Paderborner Rathaus feierlich den Partnerschaftsvertrag.
Foto: Otmar Allendorf

Betroffen von der Corona-Streichliste ist auch der diesjährige Schüleraustausch Paderborn-Belleville. Vier Oberstufenschüler aus dem Kreis Paderborn wollten im August für drei Monate in den Süden von Illinois reisen, um an Schulen in Belleville und im Nachbarort Freeburg Erfahrungen im Schulalltag amerikanischer Highschools zu sammeln. Zu ihren Gastgebern in der Kreisstadt Belleville und Umgebung haben sie bereits per E-Mail oder Whats-Up Kontakt geknüpft. Die Vorfreude auf ein erlebnisreiches Vierteljahr war groß. In diesen Wochen sollten ihre Flüge gebucht werden.

Vom Aus für die Planungen für 2020  betroffen ist auch der für den Sommer vorgesehene Gegenbesuch von fünf jungen Leuten aus Belleviller Gastgeberfamilien des Schüleraustausches  2019. Für jeweils mehrere Sommerwochen wollten sie ihre Freunde in Paderborn besuchen und gemeinsam mit ihnen und ihren Eltern interessante gemeinsame Ausflüge durch „Good Old Germany“ unternehmen. 

Abgesagt ist auch der Paderborn-Besuch einer etwa 20-köpfigen Erwachsenengruppe aus der US-Partnerstadt, die zu Libori kommen wollte. Gern hätte Belleville’s Bürgermeister Markt Eckert, der mit seiner Ehefrau Rita kommen wollte, seinen Paderborner Amtskollegen Michael Dreier wiedergesehen. Für Wayne Reichling wäre es der erste Besuch in seiner neuen Funktion als Präsident von Belleville Sister Cities gewesen. Sein Amtsvorgänger und neue Vizepräsident Andy Gaa, Deutschlehrer in Belleville und in der Partnerstadt Koordinator des Jugendaustausches, wäre mit seiner Frau Melissa schon am 8. Juli als Betreuer-Ehepaar für den Jugendaustausch angereist.

Die Paderborn-Visite der BSC-Gruppe sollte unter einem besonderen Stern stehen. In Paderborn sollte nicht nur fröhlich Libori, sondern auch das 30-jährige Bestehen der über den „großen Teich“ reichenden drittältesten Paderborner Städtefreundschaft gefeiert werden. Diese Beziehung nahm mit der Unterzeichnung der Partnerschaftsverträge am 2. September 1990 durch die damaligen Bürgermeister Wilhelm Lüke (Paderborn) und Richard Brauer (Belleville) ihren Anfang.

Das 30-Jährige dieser Partnerschaft im kommenden Jahr nachzufeiern, wäre immer noch pünktlich: Denn auf amerikanischer Seite erfolgte die Vertragsunterzeichnung im Oktober 1991in Belleville  im Beisein einer Paderborner Delegation.

Für die Feier zu Libori 2020 dieses Jahres hatte sich der Deutsch-Amerikanische Freundeskreis etwas Besonderes ausgedacht. Drei Jahrzehnte Freundschaft mit Belleville sollten Anlass sein, in der Paderborner Innenstadt eine Straße oder einen Platz nach der „schönen Stadt“ Belleville zu benennen. Solche Wünsche nehmen in Paderborn den Weg über den Heimatverein. Der DAFK möchte das vom Maspernplatz und der Mühlenstraße aus zugängliche Gelände hinter der Paderhalle, das frühere Grundstück des Haxthausenhofes , das im Zuge der Neugestaltung des Mittleren Paderquellgebietes kräftig aufgewertet worden ist, gern als Belleville-Park oder Belleville-Garten bezeichnen oder zumindest einen durch dieses Gelände führenden Weg nach der Partnerstadt benennen. Der Heimatverein Paderborn unterstützt dieses Vorhaben und hat ein entsprechendes Votum an die Stadtverwaltung gerichtet. Nun müssen sich der Ausschuss für Bauen, Planen und Umwelt und/oder der Kulturausschuss sowie abschließend der Rat zu diesem Vorhaben äußern. Wegen der kommunalpolitischen Corona-Zwangspause lässt diese Entscheidung allerdings noch auf sich warten.

Der DAFK hätte gern am Vortag der Libori-Eröffnung gemeinsam mit den Bürgermeistern beider Städte das Namensschild enthüllt. Doch Corona macht auch durch alle Libori-überlegungen für 2020 einen dicken Strich. 

Der Leiter des Paderborner Kulturamtes, Christoph Gockel-Böhner, plante anlässlich des 250. Beethoven-Geburtstages für den 3./4.Juni das Projekt „Diesen Kuss der ganzen Welt“. Ein internationaler Chor mit Sängerinnen und Sängern aus allen Paderborner Partnerstädten sollte auf der Bühne der Paderhalle, unterstützt von der Nordwestdeutschen Philharmonie, die „Ode an die Freude“ aus dem vierten Satz der IX. Beethoven-Sinfonie  anstimmen. Auch Stimmen aus Belleville sollten dort erklingen. Besagter „Kuss“ ist vorerst nicht mehr möglich. Mehrere der beteiligten Chöre können wegen Corona nicht proben und haben eine Teilnahme abgesagt. Gockel-Böhner versichert: „Wir arbeiten jedoch daran das Projekt nachzuholen; denn es wird nach der Covid-19-Krise noch viel wichtiger sein, mit solchen Projekten das internationale Miteinander wieder zu feiern und voranzubringen. Schon jetzt ist ja gerade die ,Ode an die Freude‘ in der Krise zu einem Symbol geworden, damit nicht das Corona-Virus unser ganzes gesellschaftliches und internationales Miteinander zerstört.“

Noch ein anderes kulturelles Event ist betroffen: Die Partnerstadt Belleville hat ihr beliebtes Kunstfestival „Art on the Square“, das vom 15. bis 17. Mai stattfinden sollte, gestrichen. Dort sollte für Schüler und Studenten  der künstlerische Wettbewerb „Junge Leute sehen Belleville“ gestartet werden. Die besten Ergebnisse – Malerei, Collagen, Fotos und Videos – sollten im August in der Reihe „Forum Junger Künstler“ im Gewölbesaal des Neuhäuser Marstalls ausgestellt werden. Zwei Siegern des Wettbewerbs wollte das Paderborner Kulturamt eine Reise an die Pader spendieren. Auch diese Ausstellung steht nun auf wackligen Füßen – die als Preis winkende Reise ebenso.

Der Deutsch-Amerikanische Freundeskreises seinerseits musste seine Planungen für das diesjährige Frühlingsfest „Dogwood“ auf Eis legen. Per Bus sollte es im Mai nach Rüthen-Kallenhardt gehen, um eine westfälische Whisky-Brennerei zu besichtigen und anschließend in gemütlicher Runde zu speisen und zu feiern.

Wird Bellevilles neuer Bischof: Michael G. McGovern. Foto: Erzdiözese Chicago

Auch im kirchlichen Leben wirft Corona Terminpläne über den Haufen. Papst Franziskus hat Anfang April den Chicagoer Priester Michael G. McGovern (55) zum neuen Bischof von Belleville ernannt. Der Termin des feierlichen Amtsantritts – vermutlich im Spätsommer oder Herbst – steht wegen Corona in den Sternen. Der seit 2015 amtierende Belleviller Bischof Edward K. Braxton, der in seiner Bischofskirche bereits mehrere Paderborner Besuchergruppen willkommen geheißen hat, musste dem Papst vergangenen Jahr mit der Vollendung seines 75. Lebensjahres seinen Rücktritt anbieten. Der Papst hat dieses Gesuch akzeptiert.

McGovern, der aus Evergreen Park in Illinois stammt und im letzten Jahr sein silbernes Priesterjubiläum feiern konnte, ist gegenwärtig Pfarrer einer kleinen Gemeinde des Erzbistums Chicago in Old Mill Creek, wo er von seinen Pfarrangehörigen „Father Mike“ genannt wird. Er absolvierte seine Ausbildung zum Priester im St. Mary of the Lake Seminary in Mundelein. Der Ort ist nach dem Seminargründer, dem Chicagoer Erzbischof George William Mundelein  (1872-1939) benannt, einem Nachfahren von Amerika-Auswanderern der Paderborner Mündelein-Familie.

Die Diözese Belleville umfasst 28 Kreise des südlichen US-Bundesstaates Illinois und zählt 70.000 Katholiken. McGovern hat sich ihnen und den Priestern des Bistums in einer Videobotschaft per Internet vorgestellt. Eine Reise nach Belleville war wegen der Beschränkungen durch Corona noch nicht möglich.