Deutsch - Amerikanischer Freundeskreis
Paderborn - Belleville e.V.
   (Illinois, USA)

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Schüleraustausch 2016

 

Gute Wünsche für die weite Reise: Bei der Verabschiedung im Kreishaus von links DAFK-Vizepräsident Wolfgang Stüken, Luca Lippegaus, Landrat Manfred Müller, Johanna Musolf, die Jugendbeauftragte des Freundeskreises, Uta Hoischen, DAFK-Präsident Kurt-Heiner Sprenkamp und Schatzmeister Hans-Erwin Schlenger. Foto: DAFK

Manfred Müller: „Ich wünsche 
Euch eine spannende Zeit“

Johanna Musolf (Delbrück) und Luca Lippegaus (Borchen) besuchen für drei Monate die Highschool Belleville West

„Ihr seid jetzt Botschafter unseres Raumes.“ Mit diesen Worten verabschiedete  Landrat Manfred Müller im großen Saal des Kreishauses Johanna Musolf aus Delbrück und Luca Lippegaus aus Borchen in den Schüleraustausch mit der Paderborner US-Partnerstadt Belleville (Illinois). Die beiden 15-Jährigen werden in der Kreisstadt des Mittleren Westens für drei Monate die große Highschool Belleville West besuchen und dabei das amerikanische Schulsystem kennen lernen. Organisiert wurde der Austausch vom Deutsch-Amerikanischen Freundeskreis Paderborn-Belleville (DAFK). Die beiden Schülerinnen sind voller Erwartungen: „Wir hoffen, in den USA viele neue Erfahrungen machen zu können.“

„Dort in Belleville gibt es eine Menge Sympathie für unseren Raum“, erinnerte Manfred Müller an die vielen westfälischen  Amerika-Auswanderer des 19. und 20. Jahrhunderts, die im Mittleren Westen der Vereinigten Staaten, auch in der Gegend von Belleville, eine neue Heimat fanden.  Für junge Leute heute, so der Landrat,  sei es „selbstverständlich, in der Welt zu Hause zu sein“. Dieser Schüleraustausch unterstreiche einmal mehr „die Internationalität der Region Paderborn“. Müller wünschte den beiden Schülerinnen – Johanna besucht das Städtische Gymnasium Delbrück, Luca das Paderborner Goerdeler-Gymnasium – eine „spannende Zeit“ in der Paderborner Partnerstadt. Die ist schon garantiert – fallen die drei Monate doch genau in die heiße Phase des  amerikanischen Präsidentschafts-Wahlkampfes. Wenige Tage vor der Wahl des neuen US-Präsidenten werden die beiden Anfang November zurückkehren.

„Beinahe hätten wir sagen können: Wir schicken Zwillinge in die Welt“, spielte Uta Hoischen, die im Vorstand des DAFK  für den Schüler- und Jugendaustausch verantwortlich ist, auf die überraschende Erkenntnis an, dass beide Austauschschülerinnen dieses Jahres am selben Tag (29. Juli)  geboren wurden. Von Düsseldorf aus flogen Johanna Musolf und Luca Lippegaus  am 12. August zunächst  nach Atlanta (Georgia) und von dort weiter nach St. Louis (Missouri). Dort wurden sie von ihren beiden Belleviller Gastfamilien Brown und Evans in Empfang genommen.

Zu beiden Familien gab es schon vor der Reise Kontakte per E-Mail. Johanna Musolf lernte ihre Belleviller „Gastschwester“ Alexis Brown (16) sogar bereits persönlich kennen. Während des Jugendaustausches vom 15. Juli bis 4. August, der 13 junge Leute aus der Partnerstadt für drei Wochen an die Pader führte,  bezog Alexis Brown für eine Woche bei Familie Musolf Quartier. Auch Andy Gaa, den Betreuer der Belleviller Jugendlichen, lernten die beiden Schülerinnen kennen. Er ist Deutschlehrer in Paderborns amerikanischer Partnerstadt. An der Highschool Belleville West werden sie ihn wiedersehen.

Tennisfan Luca Lippegaus, die einmal Lehrerin werden möchte, wird in Belleville, der Geburtsstadt der US-Tennislegende Jimmy Connors,  sicher Gelegenheit haben, dem „weißen Sport“ zu frönen. Johanna Musolf, deren Hobby Reiten und Voltigieren ist, hofft, dass sie auch im (einst) Wilden Westen im Sattel sitzen kann. Sie spielt ebenso gern Klavier und weiß bereits, dass in ihrer Gastfamilie ein Piano auf sie wartet.

Zur Reisevorbereitung, die der DAFK für die Austauschschülerinnen organisiert hatte, gehörte auch ein Treffen mit Paderborner Austauschschülern früherer Jahre. Sie gaben ihren beiden Nachfolgerinnen hilfreiche  Tipps unter anderem zur Kurswahl und Schulkleidung an einer Belleviller Highschool.  

Die aus Deutschland stammende Doris Roach ist in der DAFK-Partnerorganisation Belleville Sister Cities (BSC) für den Schüler- und Jugendaustausch zuständig. Seit vielen Jahren sucht und findet sie Belleviller Gastfamilien, die bereit sind, junge Paderborner für drei Monate (Schüleraustausch) oder für drei Wochen (Jugendaustausch im Sommer, der im jährlichen Wechsel in Paderborn oder Belleville stattfindet) aufzunehmen.  Wenn Doris Roach dies auch für das kommende Jahre gelingt, werden nach Ankündigung von Uta Hoischen auch 2017 interessierte Jugendliche aus Paderborn Gelegenheit bekommen, die amerikanische Partnerstadt kennen zu lernen. Während der Jugendaustausch 2016 mit jungen Gästen aus Belleville in Paderborn stattfand, soll es für eine Gruppe Paderborner Jugendlicher im nächsten Sommer nach Belleville gehen.

Während sich die beiden Paderborner Austauschschülerinnen dieses Jahres auf ihren Belleville-Aufenthalt freuten und vorbereiteten, hatte Goerdeler-Schülerin Hannah Böwer, Austauschschülerin des vergangen Jahres, für drei Sommerwochen Besuch von ihrer Belleviller Austauschpartnerin Katherine Gemmingen (17).  Katherine begleitete Hannah während der letzten Tage des Schuljahres 2015/16 mehrfach in ihre Schule an der Goerdelerstraße. Beim Vergleich mit „ihrer“ Highschool Belleville West stellte sie fest, dass beide Schulen „sehr unterschiedlich“ sind. Das Schulleben am Goerdeler, so ihr Eindruck, sei „entspannender“ als an ihrer deutlich größeren Belleviller Schule.  

Beeindruckt zeigte sich Katherine von den vielen historischen Gebäuden, die Paderborn zu bieten hat.  Das Angebot in den Geschäften Paderborns sei dem Warenangebot in Belleville „sehr ähnlich“, und auch bei den Preisen machte sie keine großen Unterschiede aus. 

Paderborn lege Wert auf gute Kontakte zu den Partnerstädten und freue sich stets über Besucher von dort, sagte stellvertretender Bürgermeister Dietrich Honervogt, der Katherine Gemmingen und die ein Jahr jüngere Hannah Böwer im kleinen Rathaussaal begrüßte. „Es ist schön, die Welt zu Gast zu haben.“  Katherine Gemmingen, die einmal Jura studieren möchte, hat deutsche Vorfahren. Ihr Urgroßvater wanderte aus dem gleichnamigen Ort Gemmingen (Baden-Württemberg) in die USA aus. Die weit verzweigte Adelsfamilie kann auf Wurzeln verweisen, die in ein alemannisches Rittergeschlecht zurück reichen. Die amerikanischen Gemmingens kommen alle zwei Jahre zu einem Familientreffen zusammen. Die nächste „family reunion“   folgt 2017 in San Francisco. Katherine und ihr Vater wollen dabei sein. 

Bild rechts: Stellvertretender Bürgermeister Dietrich Honervogt zeigt Katherine Gemmingen (links) und Hannah Böwer den Pfauenstuhl im Rathausfoyer, der aus der früheren St. Liborius-Kirche in St. Louis stammt. Foto: Wolfgang Stüken

 

21 Aug 2016
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